Der Aufstieg ist greifbar für den SV Rümlang
Der SV Rümlang hat am Sonntag im Drittliga-Spitzenkampf und Nachbarschafts-Derby gegen den FC Kloten mit einem 2:0-Heimsieg einen Riesenschritt Richtung Aufstieg in die 2. Liga gemacht.
Assistenztrainer Ergün Berisha schwört die Rümlanger nach dem Sieg gegen Kloten auf den Aufstieg ein.
Der SV Rümlang hat am Sonntag im Drittliga-Spitzenkampf und Nachbarschafts-Derby gegen den FC Kloten mit einem 2:0-Heimsieg einen Riesenschritt Richtung Aufstieg in die 2. Liga gemacht.
Rümlang. Vier Runden vor Saisonende beträgt Rümlangs Vorsprung auf seinen einzigen verbliebenen Widersacher im Kampf um den Aufstiegsplatz fünf Punkte. Die Chance auf den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga seit 2017 darf sich das Team von Trainer Getoar Sallauka nun nicht mehr nehmen lassen. Die ausstehenden vier Gegner sind Regensdorf II, Veltheim, Räterschen und Niederwenigen. Schon in einem der beiden verbleibenden Saison-Heimspiele gegen Veltheim oder Räterschen könnte der Aufstieg realisiert werden.
Am Gipfeltreffen gegen Kloten überzeugte der Leader mit einer kompakten Teamleistung und liess als bestes Defensiv-Team der Liga gegen den torgefährlichsten Ligakonkurrenten nur wenig zu, auch wenn bei den Gästen unter anderem zwei herausragende Offensivkräfte ferien- und verletzungsbedingt fehlten. Rümlang muss indes seinerseits seit dem zweiten Rückrundenspiel und noch bis Saisonende ohne seinen verletzten Top-Goalgetter Serge Aboue auskommen.
Der Spitzenkampf vor 350 Zuschauern auf dem Kunstrasen der Sportanlage Heuel verlief animiert, wobei das Heimteam mit seiner mannschaftlichen Geschlossenheit und vorab auch in taktischer Hinsicht überzeugte. In der letzten halben Stunde wurde die Partie dann etwas ruppiger, so dass der Schiedsrichter fünf Verwarnungen aussprechen musste - zwei gegen Rümlang und drei gegen Kloten.
Rümlang erzielte seine beiden Treffer jeweils in der Nachspielzeit der beiden Halbzeiten auf den jeweils letzten Drücker hin. Flügelstürmer Mithat Misimi traf nach einem Abwehrfehler der Gäste in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte mittels Distanzschuss in die entferntere Torecke zum 1:0. Nach dem fast zeitgleich mit dem Schlusspfiff erzielten 2:0 von Samuel Henriques Pais brachen bei den Gastgebern die Dämme. Der Jubel kannte kaum Grenzen. Assistenztrainer Ergün Berisa versammelte nach dem Sieg das Team zum Siegesritual in einem geschlossenen Kreis und betonte euphorisch: «Ich habe es in euren Augen gesehen, dass ihr diesen Sieg so sehr wolltet.» Für Cheftrainer Sallauka war klar: «wir hätten auch mit einem Unentschieden leben können. Doch die defensive Kompaktheit war das Erfolgsrezept. Und taktisch-läuferisch waren wir gut. So wollten wir auch auftreten.»
Rümlangs Team-Manager Kurt Vogel fungierte beim Spitzenkampf als Speaker. Er wiederholte, was er dem «Rümlanger» schon um die Jahreswende sagte, als die Grün-Weissen schon «Wintermeister» waren: «Irgendwann wollen wir den Schritt in die 2. Liga machen.» Nun fragt sich einfach, wenn nicht jetzt, wann dann? Stürmer Boussano Dieu-Merci, der Wurzeln in der Demokratischen Republik Kongo hat, sagte: «Ich würde sagen, dass wir nun zu 70 Prozent aufsteigen werden. Nun müssen wir einfach noch die restlichen 30 Prozent nachlegen.» Rümlangs Präsident Daniel Dallinger habe mit «Pressing» imponiert und die Defensive sei halt schon die ganze Saison sattelfest. Für Platzwart Erwin Steffen, der schon 51 Jahre für den SVR wirkt und mittlerweile 74 Jahre alt ist, wäre ein Aufstieg in die 2. Liga kein Alltag. «Das habe ich meines Wissens nicht mehr als dreimal erlebt», rechnete er dem «Rümlanger» vor. Für Trainer Sallauka trägt der gezielte Aufbau der letzten Jahre nun Früchte. Das Resultat davon bricht er auf einen simplen Nenner herunter: «Jeder innerhalb des Teams geht für den anderen.» Kloten kassierte derweil ausgerechnet am Gipfeltreffen die erste Niederlage in der Rückrunde. Klotens Captain und Mittelfeldspieler Denis Simijonovic (32), der vor über einem Jahrzehnt als Profi für Winterthur in der Challenge League spielte und bei GC gar in der Super League zu acht Einsätzen kam, sagte: «Rümlang war klar besser. Wir waren nicht bereit, teilweise zu ehrfürchtig. Wir hatten uns viel vorgenommen, aber zu wenig umgesetzt.» Kloten hätte gewinnen und die Leaderposition übernehmen wollen, betont Simijonovic. «Jetzt wird es schwierig». Aber Rümlang sei noch nicht aufgestiegen. «Es kann noch alles passieren in dieser Liga.» Niederwenigen, Bülach, Glattfelden und Effretikon sind die vier letzten Gegner der Flughafenstädter.
Richard Stoffel
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