Rümlang feiert Rot-Weiss am 1. August
Auch in Rümlang wird der1. August mit einem vielfältigen Programm gefeiert – von Festrede bis Höhenfeuer. Doch neben Tradition und Feierlaune wird auch an den Schutz der Tiere gedacht.
"Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern...". Bild: pixabay
Auch in Rümlang wird der1. August mit einem vielfältigen Programm gefeiert – von Festrede bis Höhenfeuer. Doch neben Tradition und Feierlaune wird auch an den Schutz der Tiere gedacht.
Rümlang. Morgen ist es wieder so weit: Die Schweiz feiert Geburtstag. Auch in Rümlang wird der 1. August gebührend gefeiert – mit Apéro, Festwirtschaft, Musik, Kinderfackelzug und zum krönenden Abschluss: Das 1.-August-Feuer. Ein anderer Höhepunkt des Abends beginnt schon vorher: die Festansprache von Lisa Mazzone, Präsidentin der Grünen, um 18.45 Uhr in der Sporthalle Heuel.
Weshalb die Wahl der Gemeinde Rümlang auf sie fiel, könne sie selbst nicht ganz genau sagen – aber sie freue sich sehr darüber. «Es ist mutig, wenn man bedenkt, dass ich eine Grüne aus der Romandie bin. Es ist ein Zeichen für Offenheit», betont Mazzone. Der 1. August sei für sie persönlich auch genau dafür da, um die Offenheit und Vielfalt des Landes zu zelebrieren. «Die Bundesfeier ist für mich ein Moment, in dem der Zusammenhalt gefeiert wird.» In ihrer Rede – so viel nahm sie gegenüber dem «Rümlanger» schon vorweg – wird sie über die Geschichte und Traditionen der Schweiz sprechen, insbesondere im Zusammenhang mit humanitärer Hilfe und der Verantwortung der Schweiz in der Welt.
Im Anschluss an die Festansprache wird gemeinsam die Nationalhymne gesungen – ein Moment, der zum festen Ritual des Nationalfeiertags gehört, aber nicht immer unumstritten war.
Die Tradition des 1. Augusts als Nationalfeiertag geht zurück auf den sogenannten Bundesbrief von 1291, ein Bündnis zwischen den drei Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden. Bereits im 19. Jahrhundert wurde dieser Gründungsmythos gepflegt, doch erst 1891 – zum 600-Jahr-Jubiläum – wurde der
1. August offiziell gefeiert und ab dem Jahr 1899 in der gesamten Schweiz jährlich wiederholt. Ein gesetzlicher Feiertag wurde er allerdings erst ab 1994, nachdem das Schweizer Stimmvolk einer Volksinitiative zugestimmt hatte.
Die Schweizer Nationalhymne, die morgen auch in Rümlang gemeinsam gesungen wird, stammt aus dem Jahr 1841. Den Text des «Schweizerpsalms» schrieb Leonhard Widmer, die Musik stammt von Alberich Zwyssig, einem Benediktinermönch. Offiziell wurde sie aber erst 1981 zur Hymne erklärt – bis dahin hatte die Schweiz auf das Lied «Rufst du, mein Vaterland» zurückgegriffen.
Schon manchmal wurde der Versuch unternommen, den Text der Schweizer Hymne zu modernisieren. 2015 fand beispielsweise ein Wettbewerb von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) für eine neue Hymne statt, doch der Bundesrat lehnte eine offizielle Änderung bisher ab. Der Schweizerpsalm bleibt – auch wenn wohl so einige beim Mitsingen lediglich die erste Strophe beherrschen. Auch Mazzone könne die Hymne nicht auswendig, und die deutsche Version fällt ihr nicht ganz leicht – «vor allem wegen der Aussprache bei dem langsamen Tempo des Liedes», lacht sie. Sie würde eine Modernisierung der Hymne befürworten. «Man könnte die Melodie und das Tempo der Hymne anpassen, um es ein wenig dynamischer zu gestalten.» Auch textlich sehe sie «die grosse Wichtigkeit von Gott nicht mehr so zeitgemäss» und sie fände es «schön, wenn die Hymne alle Landessprachen im gleichen Lied zusammenbringen würde.»
In Rümlang sorgt derweil die Gemeinde gemeinsam mit lokalen Vereinen für ein stimmungsvolles Programm. Bereits um
17 Uhr beginnt die Festwirtschaft, gefolgt vom Apéro der Gemeinde. Um 21.30 Uhr ziehen die Kinder mit ihren Fackeln los – und entzünden bei ihrer Rückkehr das 1.-August-Feuer. Ein schöner Abschluss für einen Tag im Zeichen der Gemeinschaft. Doch solche Höhenfeuer haben leider auch ihre Schattenseiten, denn die Holzhaufen können zur tödlichen Falle für Igelfamilien und andere Kleintiere werden. Trächtige Igelinnen verstecken sich beispielsweise darin, um dort ihre Jungen zu gebären. Laut der Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz sei es demnach wichtig, das Holz für das Feuer erst kurz vor dem Anzünden aufzuschichten oder es mit einem feinmaschigen Schutzzaun bodendicht abzudecken.
In Rümlang bauen die Werke den Holzhaufen heute Donnerstag auf, also einen Tag vor der Feier. «Durch diese Kurzfristigkeit besteht keine Gefahr, dass sich Tiere im Holz einnisten – dies hat auch die langjährige Erfahrung der Werke gezeigt», erklärt Philippe Bertino, Stabsmitarbeiter Präsidiales der Gemeinde Rümlang. Erstens sei die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sich in dieser kurzen Zeit Tiere im Holzhaufen einnisten, und zweitens würde der Haufen kurz vor der Feier nochmals genau in Augenschein genommen werden. «Zudem gibt es durch die Feuerwehr eine Feuerwache, welche sicherstellt, dass keine Gefahr durch das Feuer droht», so Bertino.
Janik Schmid
Lade Fotos..