Die neuen Klassen wurden mit Sonnenblumen feierlich willkommen geheissen. Bild: Janik Schmid
29.08.2025 08:00
Mit Sonnenblumen ins Schulabenteuer
In Rümlang hat das Schulhaus Worbiger seine neu gebildeten Klassen mit einem liebevoll gestalteten Ritual empfangen. Lehrerin Heidi Bernold berichtet vom intensiven Start und den ersten Erfolgen im neuen Schuljahr.
Rümlang. Die Sonne drückt durch eine Wolkendecke über dem Pausenplatz des Schulhauses Worbiger. Und auch die Kinder strahlen. Gemeinsam singen sie das Lied «Öisi Klass, bevor es zum Begrüssungsritual kommt.
Am vergangenen Freitag standen die Schülerinnen und Schüler Spalier, hielten wartend Sonnenblumen in den Händen. Dann war es so weit: Die neuen Klassen schritten durch die Reihen und wurden willkommen geheissen – für sie ist es der offizielle Start in ein neues Kapitel.
Danach ging es in die Klassenzimmer zurück. In der ersten Klasse von Heidi Bernold und Sabrina Mohr herrschte eine entspannte Atmosphäre. Die Kinder durften erst einmal ankommen – spielen, zeichnen, puzzeln. Ein Junge verkündete stolz: «Wir bauen Flugzeuge und einen Flughafen mit Lego.» Ein Mädchen beugte sich konzentriert über ihr Zeichnungsheft, während rundherum gelacht, geredet und gespielt wurde – mit neuen wie auch mit alten Gspänli aus dem Kindergarten. Die beiden Lehrerinnen behielten währenddessen aufmerksam den Überblick.
Ein gutes Team, ein guter Start
Heidi Bernold ist seit 1991 Lehrerin am Schulhaus Worbiger, mit einer Familienpause von rund fünf Jahren. Sie sagt: «Hier passt es einfach für mich. Ich wohne ganz in der Nähe und kenne Rümlang sehr gut.» Einige ihrer ehemaligen Erstklässlerinnen und Erstklässler seien heute selbst Eltern – und ihre Kinder nun wieder in diesem Schulhaus.
Den Start ins neue Schuljahr beschreibt sie als gelungen, aber intensiv: «Es lief alles gut. Aber jetzt, nach dieser ersten Woche, sind wir geschafft. Die Kinder ebenso.» Eine erste Klasse sei immer fordernd. «Man ist non-stop am Reden, da alles neu ist und viele Fragen kommen. Ganz normal.» Umso wichtiger sei gute Vorbereitung im Team. «Struktur gibt Halt», betont sie. Vieles sei visualisiert – etwa in der Garderobe: «Wir haben Bilder gemacht, wo die verschiedenen Schritte draufstehen: Finken anziehen, Jacke aufhängen, Thek versorgen, Znüni an den Platz nehmen, und so weiter.»
Ein wichtiger Pfeiler ihrer Schule sei das Konzept Fokus-Starke-Lernbeziehung, mit dem durch zwei Lehrpersonen pro Klasse die Lehr-/Lernbeziehung gestärkt und der integrative Unterricht gefördert und weiterentwickelt werden soll.
«Sabrina Mohr und ich können uns so gut aufteilen. Manchmal sind wir zusammen, manchmal getrennt. Das ist auch für die Kinder eine grosse Bereicherung.» So könne eine Lehrperson den «Lead» übernehmen, während die andere beobachtet oder mit einer kleinen Gruppe arbeitet. «Da wechseln wir uns immer ab», sagt Bernold.
Eine Herausforderung bleibe die grosse Bandbreite bei den Leistungen, aber auch bei der Arbeitshaltung. «Die Selbstständigkeit ist sehr unterschiedlich.» Es werde versucht, die Kinder schrittweise dazu zu bringen, Verantwortung zu übernehmen. Auch bei Themen wie «Schulweg» wünscht sich Bernold Mut von den Eltern. «Man kann das üben – indem man sie jeden Tag immer ein Stück weniger begleitet. Man muss den Kindern die Chance geben, selbstständig zu werden.»
Schon nach einer Schulwoche seien Fortschritte sichtbar. «Das Aufräumen geht schneller. Auch im Kreis sitzen und einander zuhören klappt schon besser als anfangs Woche.» Vieles brauche Zeit, doch die Kinder spürten bereits: «Die Lehrpersonen sind nett, wollen nur das Beste, sie nehmen uns wahr.»
Für das neue Schuljahr wünscht sich Bernold, «dass wir bald eine richtige Klasse sind, die zusammenhält». Und: «Dass die Kinder selbstständiger werden – Schritt für Schritt. So, dass es eine Klasse wird, mit der man spielen, lernen und lachen kann.»
Janik Schmid