Vom persönlichen Beratungsgespräch bis zur Strategieentwicklung
Adrian Burri leitet das Geschäftsfeld Gesundheit und Alter der Gemeinde Rümlang. Seine Arbeit ist vielseitig – und nah an den Menschen.
Adrian Burri in seinem Büro im Gemeindehaus Rümlang. Bild: Janik Schmid
Adrian Burri leitet das Geschäftsfeld Gesundheit und Alter der Gemeinde Rümlang. Seine Arbeit ist vielseitig – und nah an den Menschen.
Rümlang. Draussen scheint die Sonne durch das grosse Fenster in Adrian Burris Büro. Drinnen sitzt Burri an seinem hellen Schreibtisch, auf dem eine Tageslichtlampe leuchtet, wenn es die Sonne mal nicht durch die Wolkendecke schafft. «Vitamin D3 ist wichtig, besonders jetzt, wenn die Tage kürzer werden – das Licht steigert das Serotonin im Körper, was sich positiv auf das Wohlbefinden auswirkt.» Seit Juni 2024 ist Burri Geschäftsfeldleiter im Ressort Gesundheit und Alter der Gemeinde Rümlang. «Die Arbeit ist sehr vielseitig und abwechslungsreich», sagt er. «Von der persönlichen Beratung bei Einwohnenden im Pensionsalter und deren Angehörigen in seinem Büro oder bei Bedarf zu Hause bis zur Strategieentwicklung und der Gesamtverantwortung über ein Budget von fast zwölf Millionen Franken ist alles dabei. So bleibe ich am Puls der Zeit.»
Sein Aufgabenbereich ist wahrlich breit gefächert: Er führt fachlich, personell und operativ das Geschäftsfeld Gesundheit und Alter. Ihm unterstellt sind die Betriebe Spitex Rümlang, das Alterszentrum Lindenhof und die Fachstelle Alter. Dazu kommen Finanz- und Budgetplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Sensibilisierung der Bevölkerung für Themen wie Gesundheitsförderung, Prävention oder Früherkennung sowie der Aufbau einer neuen Altersstrategie. Auch die Kontrolle eingehender Rechnungen im Rahmen der Pflegefinanzierung gehört dazu. Besonders schätzt Burri die Hilfsbereitschaft innerhalb der Verwaltung: «Hier arbeiten so viele überaus angenehme und unterstützende Mitarbeitende. Auch das Wohlwollen des gesamten Gemeinderates zum Thema Alter und den älteren Einwohnerinnen und Einwohnern finde ich klasse.»
Wichtig ist Burri die Vernetzung. Er arbeitet unter anderem mit der Personalabteilung, der Verwaltungsleitung und den beiden Geschäftsfeldern Soziales und Finanzen zusammen. Aber auch mit Organisationen wie der Spitex Rümlang, dem Alterszentrum Lindenhof, der Oase Rümlang, den beiden Landeskirchen, der Stiftung Alterswohnen, Vereinen oder dem Begegnungszentrum 90i. «Dort gibt es viele spannende Angebote – vom Techkafi über Bingo bis zum gemütlichen Kaffee. Gerne würden wir noch mehr Gesprächsgruppen oder Treffen aufbauen, um Begegnungen zu fördern und Einsamkeit möglichst zu verhindern.»
Rümlang verfügt laut Burri über eine hervorragende Gesundheitsversorgung – von den Haus-ärzten über Spitäler in naher Umgebung, Pflegeheime, Spitexdienste, Physiotherapeuten, Apotheken bis zu Naturheilpraxen. Auch der Dorfplatz und der nah gelegene Wald sei ideal für Bewegung, Begegnung und Wohlbefinden. Dennoch sieht Burri Verbesserungspotenzial, etwa bei der Vernetzung der Dienstleistenden, damit Übergänge noch sauberer aufgegleist werden können. Auch könnte die ambulante Versorgung direkt zu Hause bei Betroffenen noch erweitert werden.
Ein weiteres Anliegen ist ihm der Aufbau zusätzlicher, bezahlbarer und hindernisfreier Wohnangebote für ältere Menschen. Und eine Idee liegt ihm besonders am Herzen: «Ich würde mich sehr freuen, wenn lokal ein Fahr- und Unterstützungsdienst entstehen könnte – nur für Rümlang. Die Distanzen sind hier überschaubar.» Freiwillige, die etwas gutes tun möchten und Menschen mit Einschränkungen zum Einkaufen oder ins Begegnungszentrum begleiten, seien sehr willkommen und könnten sich direkt bei ihm melden. Hier bräuchte es eine Koordinatorin oder einen Koordinator, der über Organisationsgeschick verfügt und die Fahrten koordinieren könnte.
Derzeit beschäftigt ihn der Aufbau einer soliden Altersstrategie und Versorgungsplanung, die in den nächsten Monaten gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Alter mitentwickelt wird. Zudem soll die Broschüre «Angebote Generation 60+» überarbeitet werden, die sämtliche Angebote bündelt. «Es gibt Stimmen, die sagen, es werde wenig fürs Alter gemacht», so Burri. «Das stimmt meiner Meinung nach keineswegs. Wir arbeiten aktiv daran, die Lebensqualität der Einwohnenden im Alter weiter zu fördern oder zu erhalten.» Gleichzeitig erinnert er an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen: «Die Angebote stehen zur Verfügung. Den ersten Schritt muss man aber selber
machen.»
Beruflich ist Burri tief im Gesundheitswesen verwurzelt. Seit 1995 arbeitet er in diesem Bereich – angefangen mit der Vorschule für Spitalberufe in Oerlikon und einem Praktikum im Kantonsspital Winterthur. «Da hat es mir den Ärmel reingezogen», sagt er über seine Anfänge. Danach folgten die Ausbildung zum diplomierten Pflegefachmann, Stationen als Teamleiter, Pflegedienstleiter, Leiter von Alterszentren und Weiterbildungen bis zum Master of Advanced Studies in Management und Leadership an der ZHAW.
Privat ist ihm die Familie das Wichtigste. «Ich habe das grosse Glück, die Frau meines Lebens vor 20 Jahren gefunden zu haben», erzählt er lächelnd. Gemeinsam mit ihr und den beiden Töchtern im Alter von 12 und 15 Jahren unternimmt er regelmässig Ausflüge und auch seine Mutter, Schwester, erweiterte Familie und Freunde geniesse er immer wieder. Daneben gehören Musik, Ballsportarten und Spaziergänge im Wald zu seinen Freizeitbeschäftigungen. Auch privat stehe er Freunden und Bekannten mit Rat und Tat zur Seite und habe das Glück, sogar «Sandkastenfreunde» zu geniessen, «mit denen ich tatsächlich vor mehr als 40 Jahren bereits viel Zeit verbringen durfte.»
Und hier in Rümlang, da fühlt sich Burri, der in Kloten aufgewachsen ist, sehr wohl: «Die Gemeinde ist attraktiv, landschaftlich vielfältig, mit einem starken Vereinsleben und vielen Möglichkeiten für die verschiedenen Generationen – ein Dorf zum Tor der Welt.»
Janik Schmid
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