«Meine Tür ist immer offen»
Ivica Nikolic Alu David leitet die Spitex Rümlang mit viel Herz und Engagement. Sein Team sorgt dafür, dass die Rümlanger Bevölkerung möglichst lange selbständig zu Hause leben kann.
Spitex-Leiter Ivica Nikolic Alu David in seinem Büro in Rümlang, zusammen mit einem Teil seines Teams. Bild: Janik Schmid
Ivica Nikolic Alu David leitet die Spitex Rümlang mit viel Herz und Engagement. Sein Team sorgt dafür, dass die Rümlanger Bevölkerung möglichst lange selbständig zu Hause leben kann.
Rümlang. Es duftet nach Honig in seinem Büro an der Lindenstrasse 6. Hinter dem Schreibtisch auf dem Regal stehen kleine Fläschchen mit ätherischen Ölen. «Ich bin auch Aromatherapeut», sagt Ivica Nikolic Alu David und lächelt. Der Betriebs- und Pflegedienstleiter der Spitex Rümlang führt die Organisation mit ruhiger Stimme und grosser Wertschätzung für sein Team – und für die Menschen, die sie täglich betreuen.
«Ich hatte das Glück, ein bereits gut funktionierendes Team zu übernehmen und darauf aufbauen zu dürfen», sagt Nikolic Alu David. Heute beschäftigt die Spitex Rümlang acht diplomierte Pflegefachpersonen, drei Fachangestellte Gesundheit, acht Pflegehilfen, eine Lernende und eine Administrationsmitarbeiterin. «Ich bin stolz auf mein Team – sie leisten Spitzenarbeit und unterstützen die Rümlanger Bevölkerung tagtäglich mit Herz.»
Die öffentliche, in der Gemeinde zentralgelegene Spitex ist eine Non-Profit-Organisation: «Unser Ziel ist nicht der Profit, sondern die bestmögliche qualitative Unterstützung für Menschen, die im Alltag auf Hilfe angewiesen sind.» Der Standort am Dorfplatz, zwischen Gemeindehaus, Alterszentrum und Arztpraxen, ermögliche eine optimale Zusammenarbeit und Koordination.
Das familiäre Betriebsklima sei einer der grossen Stärken. Viele Mitarbeitende leben selbst in Rümlang und kennen die Klientinnen und Klienten persönlich. «Das schafft Vertrauen. Wir helfen einander, unterstützen uns gegenseitig – das spüren auch unsere Kunden.» Die Spitex Rümlang bietet ein breites Spektrum: von Kranken- und Grundpflege über hauswirtschaftliche Unterstützung und psychiatrische Pflege bis zur mobilen Fusspflege. Auch Mahlzeitendienste und Beratungen gehören zum Angebot. «Eine persönliche Beratung nach telefonischer Absprache ist jederzeit möglich.»
Besonders stolz ist Nikolic Alu David auf den menschlichen Zusammenhalt – sowohl im Team als auch mit den Klienten. Ein Erlebnis ist ihm besonders geblieben: «Wir hatten eine Kundin, die 16 Jahre lang von uns betreut wurde und zu Hause sterben wollte. Obwohl wir normalerweise keine Nachtleistungen anbieten, hat das Team sofort reagiert und sich organisiert, damit sie nicht allein war. Das war sehr emotional – und zeigt, was uns ausmacht: Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt.» Die grössten Herausforderungen sieht er im Fachkräftemangel und in der zunehmenden Komplexität der Pflege. «Patienten werden immer früher aus dem Spital entlassen, das bedeutet für uns anspruchsvollere Pflegefälle. Gleichzeitig müssen wir gute Fachleute halten – und das gelingt nur, wenn wir ein attraktives Arbeitsumfeld bieten.» Dazu gehöre auch, auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu achten und eine gute Work-Life-Balance zu ermöglichen.
Ein weiteres wichtiges Thema sei die Digitalisierung. «Wir arbeiten bereits mit moderner Software und nach strengen Datenschutzrichtlinien. In Zukunft wollen wir uns noch stärker digital mit Ärzten, Spitälern und anderen Partnern vernetzen.»
In Rümlang funktioniere vieles bereits sehr gut: «Als öffentliche Spitex haben wir eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde und ihren Gesundheits- und Altersbeauftragten, mit den drei Arztpraxen im Dorf, dem Spital Bülach und anderen umliegenden Spitälern sowie der Apotheke Amavita im Dorf. Auch stehen wir in regelmässigem Austausch mit dem Alterszentrum Lindenhof, dem Seniorenzentrum Oase sowie anderen Spitexen in der Region.» Darüber hinaus bestehe eine sehr gute Zusammenarbeit mit allen Krankenkassen. Entwicklungspotenzial sieht Alu David Nikolic in der weiteren Entlastung pflegender Angehöriger und in der Stärkung der Personalsituation.
Die Klientinnen und Klienten der Spitex sind eine bunte Palette von Menschen: mehrheitlich ältere Personen, aber auch Jüngere nach einem Unfall oder einer Operation, Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Frauen in der Mutterschaft oder Personen mit grosser Vergesslichkeit. «Wir sind dann ihr ‹Reminder› im Alltag.»
Alu David Nikolic appelliert an die Bevölkerung: «Man soll sich rechtzeitig bei uns melden und nicht erst, wenn der Eintritt ins Pflegeheim schon fast unumgänglich ist.» Eine frühzeitige Beratung könne vieles erleichtern und die Lebensqualität entscheidend verbessern.
Alu David Nikolic ist seit 27 Jahren in der Schweiz. Ursprünglich stammt er aus Serbien, wo er auf einem Bauernhof aufwuchs – umgeben von Tieren und Pflanzen. Das Bedürfnis, zu hegen und zu pflegen, war schon immer Teil seines Lebens. Wenn er nicht arbeitet, beschäftigt er sich leidenschaftlich mit seinem Garten oder treibt Fitness. Einer seiner Söhne arbeitet ebenfalls in der Pflege, und auch der andere überlegt, ob er in die Fussstapfen des Vaters treten soll. Seine berufliche Laufbahn begann in der Psychiatrie, unter anderem in der Klinik Rheinau und am ipw Winterthur. In der Spitex Rümlang arbeitet er seit sechs Jahren als Betriebsleiter. Und auch privat spielt das Pflegen eine Rolle: «Ich bin mit meinen Grosseltern aufgewachsen und habe sie bis zuletzt begleitet. Ich weiss, wie wertvoll unsere Arbeit ist.»
Die Spitex Rümlang ist für Ivica Alu David Nikolic mehr als nur ein Arbeitsplatz – sie ist eine Herzensangelegenheit. Und so wie er im Gespräch offen und aufmerksam zuhört, steht auch sein Büro immer allen offen. «Meine Tür ist immer offen», sagt er zum Abschied. Ein Satz, der seine klare Haltung widerspiegelt.
Janik Schmid
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