Gedenken und Gemeinschaft am Neujahrsapéro in Rümlang
Gemischte Gefühle beim Neujahrsapéro im Gemeindehaus. Rümlang steht zusammen und gedenkt der Opfer von Crans-Montana in stiller Verbundenheit.
Der Gemeindepräsident bittet um eine Schweigeminute. Bild: Janik Schmid
Gemischte Gefühle beim Neujahrsapéro im Gemeindehaus. Rümlang steht zusammen und gedenkt der Opfer von Crans-Montana in stiller Verbundenheit.
Rümlang. Eigentlich hätte Gemeindepräsident Thomas Huber seine Neujahrsansprache am vergangenen Sonntag im Gemeindehaus positiv und lustig, mit viel Zuversicht und guter Laune einleiten wollen. «Das tragische Ereignis von der Silvesternacht in Crans-Montana hat uns aber alle sehr nachdenklich und traurig gemacht», beginnt er seine Rede. Auch der Gemeinderat Rümlang sei tief betroffen und stehe in dieser Zeit in Gedanken solidarisch mit den Betroffenen zusammen. «Was die Kinder und Jugendlichen und deren Angehörige gerade durchmachen, können wir uns vermutlich gar nicht vorstellen.» Huber bat die Gäste, denen es möglich war, sich für eine Trauerminute zu erheben. Die Traurigkeit stand vielen Gästen deutlich ins Gesicht geschrieben. «So ein tragisches Ereignis», fährt Huber nach der Schweigeminute fort, «trifft natürlich die Schweiz, aber vor allem auch die Gemeinde und die Einwohner in der Region sehr stark.» Schon im Mai 2025 habe das Wallis mit dem Bergsturz in Blatten, der einen erheblichen Teil des Dorfes unbewohnbar machte, ein schlimmes Ereignis erlitten. «Ich persönlich denke stark darüber nach, wie ein solches Ereignis ein Dorf verändert und in einer Gemeinde der Zusammenhalt in solch einer Ausnahmesituation ist.» Natürlich sei er froh, dass es in Rümlang keine derartigen Notfallsituationen oder Naturkatastrophen zu beklagen gebe. Genau darum wolle er einen besonderen Dank aussprechen – an die Rettungskräfte in Rümlang, besonders an die Feuerwehr, aber auch an die Polizei RONN, die Kantonspolizei und allen Rettungsorganisationen, die jederzeit einsatzbereit sind. Die Gäste stimmten diesem Dank mit Beifall zu.
Auch all die Kriege in der aktuellen Situation, die zahlreichen Konflikte, politischen Unsicherheiten, Zölle, EU-Verträge und Ähnliches regten natürlich zum Nachdenken an, so der Gemeindepräsident. «Das relativiert viele unserer persönlichen Probleme», hielt er fest. Dennoch habe man auch in Rümlang seine ganz eigenen Themen, wie etwa an der letzten Gemeindeversammlung im Dezember und bei all den Diskussionen rund herum deutlich zu sehen war.
Huber fuhr fort mit einem Rückblick. 1100 Jahre Rümlang habe man gefeiert, doch kaum war das vorbei, ging es turbulent weiter. Es gab viele Feste, was natürlich schön war, aber auch viele Diskussionen – etwa über den Steuerfuss, das Budget und anstehende Investitionen. In den nächsten Monaten stehen zudem Neuwahlen der Behörden sowie verschiedene Abstimmungen an. «Es geht also spannend weiter. Gerne möchte ich nun aber meine Rede auf etwas positivere Gedanken lenken.»
Er sei sehr stolz auf das Leben in Rümlang, betonte er – auf die Sportvereine, die Organisationen, all die kulturellen Anlässe. «Wir haben so viele Veranstaltungen im Dorf und so viele Vereine, da ist für jeden etwas dabei. Das belebt das Dorf und hält es zusammen.» Er zählte auch die vielen kulinarischen Angebote auf und vergass dabei nicht Anita Hürlimann: «Sie verwöhnt uns jeden Dienstag mit ihren feinen Küchlein und Desserts – mein Fitnessstudio freut sich auch», scherzt er und lockerte damit die Stimmung.
Hürlimann war auch am Neujahrsapéro mit ihrem Cafepedal dabei und verwöhnte zusammen mit dem Catering-Team «firemaxx» die Gäste mit kulinarischen Leckereien. Unter anderem bot das Catering-Team traditionellen Neujahrsbraten mit verschiedenen Salaten und einer grossen Auswahl an Getränken, alles offeriert von der Gemeinde.
Huber kam mit seiner Rede zum Abschluss. Es freue ihn jedes Mal, wenn er mit jemandem aus dem Dorf ein paar Worte wechseln könne. Man könne zu ihm gerne mit politischen Fragen kommen, er rede aber auch einfach gerne mal über Fussball, Hockey oder das Wetter. Alles, was er vorher aufgezählt habe, mache Rümlang aus. Man könne mal anderer Meinung sein oder ein gepflegtes Streitgespräch führen, aber die Gemeinschaft im Dorf sei spürbar. «Das macht Rümlang zu dem, was es ist – eine tolle, coole Gemeinde mit vielen engagierten, hilfsbereiten Menschen.»
Er bedankte sich bei allen, die dazu beitragen, auch bei den Organisatoren dieses Anlasses und seinen Kolleginnen und Kollegen auf der Gemeinde. Er wünschte allen ein gutes neues Jahr, und denjenigen, die sich Neujahrsvorsätze vorgenommen haben, viel Durchsetzungswille, um diese Ziele zu erreichen. «Ich persönlich brauche ja keine neuen Vorsätze, denn die vom alten Jahr sind völlig unverbraucht», sagt er mit einem Augenzwinkern, was die Gäste zum Lachen brachte.
Es wurde auf das neue Jahr angestossen, und Huber übergab das Wort an den Grafiker und Plakatkünstler René Gauch, der das Plakat für den Neujahrsapéro gestaltet hat – dieses Jahr mit einem «Ü» im Zentrum. «Der Buchstabe wird ein wenig gedehnt ausgesprochen», erklärt er. Das brauche etwas Zeit, so wie auch bei «Rümlang» das «Ü» manchmal etwas Zeit brauche.
Gauch ermunterte die Gäste, gemeinsam auf drei «Rümlang» mit Betonung auf das «Ü» zu rufen, was das vollbesetzte Gemeindehaus mit Freude tat und amüsierte. Ein schönes Symbol des Zusammenstehens in einer turbulenten Zeit.
Janik Schmid
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