Amphibien auf grosser Wanderschaft
Millionen Amphibien machen sich in der Schweiz auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern. In Rümlang sind die Weiher zwar weitgehend geschützt, dennoch bleibt der Erhalt der Lebensräume entscheidend.
Ein Molch wird von einem «Amphibien-Taxi» zum nächsten Weiher «chauffiert». Bild: NetAP
Millionen Amphibien machen sich in der Schweiz auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern. In Rümlang sind die Weiher zwar weitgehend geschützt, dennoch bleibt der Erhalt der Lebensräume entscheidend.
Tierreich. Mit jedem Frühling beginnt eines der eindrücklichsten Naturschauspiele der Schweiz: die Amphibienwanderung. Wie es in einer Medienmitteilung von Pro Natura heisst, erwachen zwischen Mitte Februar und Ende März Millionen Frösche, Kröten und Molche aus ihrer Winterstarre und machen sich auf den Weg zurück zu den Gewässern, in denen sie selbst geschlüpft sind.
Diese Wanderungen sind für die Tiere gefährlich, da zahlreiche Routen von Strassen durchschnitten werden.
In Rümlang gestaltet sich die Situation etwas anders. «Mir sind keine Wanderkorridore in Rümlang bekannt, weil unsere Weiher grösstenteils im Wald liegen und deshalb keine Strassen die Wanderroute queren», erklärt Ernst Räth vom Verein NUR – Natur und Umwelt Rümlang.
«Somit erübrigen sich auch spezielle Massnahmen für Autofahrerinnen und Autofahrer», so Räth. Auf konkrete Schutzmassnahmen wie Amphibienzäune oder betreute Zugstellen kann in Rümlang also derzeit verzichtet werden.
Doch trotzdem: Auch die Gemeinde Rümlang ist die Heimat von verschiedenen Arten, darunter die häufigen Teichfrösche, aber auch Laub- und Grasfrösche, und langfristig sei der Erhalt der Weiher sehr entscheidend: «Um die Amphibien-Populationen zu sichern, ist es wichtig, dass die vorhandenen Weiher nicht verlanden. Sie müssten gepflegt und ab und zu wieder ausgebaggert werden.»
Die Gefährdung der Amphibien geht also über die Strassen hinaus. Wie die Tierschutzorganisation NetAP (Network for Animal Protection) in einer Medienmitteilung schreibt, setzen den Tieren neben dem Verkehr auch die Zerstörung ihrer Lebensräume, Fressfeinde, Krankheiten, Pestizide und Dünger stark zu. Umso wichtiger sei es, dass Menschen aufmerksam sind und gegebenenfalls helfen, beispielsweise als sogenannte «Amphibien-Taxis», also als Transporthilfe von einem Ort zum anderen.
Pro Natura betont ebenfalls die Bedrohung der Lebensräume: «In den letzten 150 Jahren wurden über 90 Prozent der Feuchtgebiete in der Schweiz trockengelegt oder überbaut.»
Vernetzte und gut gepflegte Weiher seien entscheidend, damit die Amphibienpopulationen stabil bleiben.
Das Fazit für Rümlang: Zwar sind die Wanderwege der Amphibien hier weniger durch Strassen gefährdet, doch die Pflege der bestehenden Weiher ist zentral.
Mit einem bewussten Umgang mit den natürlichen Lebensräumen können auch hier Frösche, Kröten und Molche weiterhin ihre jährliche Rückkehr erleben.
Janik Schmid
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