Rümlang hat gewählt
Am 8. März fanden in Rümlang die Erneuerungswahlen der Behörden sowie weitere Abstimmungen statt. Im Artikel werden der Gemeinderat und die Schulpflege sowie deren Präsidien beleuchtet.
Am 1. Juli werden die Behörden neu konstituiert. Bild: Janik Schmid
Am 8. März fanden in Rümlang die Erneuerungswahlen der Behörden sowie weitere Abstimmungen statt. Im Artikel werden der Gemeinderat und die Schulpflege sowie deren Präsidien beleuchtet.
Rümlang. Die Wahlen brachten sowohl Bestätigung für Altbewährtes als auch frische Gesichter in die Rümlanger Behörden. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben den bisherigen Gemeindepräsidenten Thomas Huber (FDP) mit 759 Stimmen als Gemeindepräsidenten wiedergewählt. Sein Kontrahent, Patrick Cotting, erhielt 479 Stimmen.
Huber, der auch als Mitglied des Gemeinderats satte 1074 Stimmen erhielt, zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden: «Es ist eine Bestätigung für meinen geleisteten Einsatz.» Ob für ihn der Sieg klar war: «Man ist immer ein wenig im Ungewissen – doch grundsätzlich hatte ich ein gutes Gefühl.» In seinem ersten Jahr als Gemeindepräsident gab es viele Personalwechsel – dies sei «nicht einfach» gewesen, doch habe er aus dieser Zeit viel gelernt und Erfahrungen gesammelt, die er nun in seine erste vollständige Legislaturperiode mitnehmen könne. Auch möchte er weiterhin nahe bei den Leuten sein: «Ich möchte weiterhin anzutreffen sein, an Anlässen, Festen, bei den Vereinen – ich möchte weiterhin zuhören, was die Menschen in Rümlang bewegt.» Im ersten halben Jahr der neuen Legislaturperiode liege der Fokus darauf, als neu konstituiertes Team die Ziele zu entwickeln, den neuen Personen im Gemeinderat die Ressorts zuzuteilen und sie einzuarbeiten.
Cotting nimmt das Wahlresultat gelassen. Er habe bewusst auf einen aktiven Wahlkampf verzichtet und sich schlicht als Alternative zur Verfügung gestellt. Er sei «froh, dass das Wahlergebnis eindeutig ausgefallen ist.» Und dennoch: «479 Stimmberechtigte haben mir ihre Stimme geschenkt – und das ohne Plakate, Inserate, Flyer oder dergleichen. Dafür bin ich sehr dankbar.» Ebenso dankbar sei er für das Vertrauen, das ihm mit 958 Stimmen als Mitglied des Gemeinderats entgegengebracht wurde. Sein Anspruch sei weiterhin, Finanzen verständlich zu machen – gegenüber Bevölkerung wie auch Gemeinderat. «Beide müssen genau wissen, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen auf die finanzielle Lage der Gemeinde hat.» Daher lege er grossen Fokus auf transparente Kommunikation. Ob er Ambitionen habe, in vier Jahren wieder als Gemeindepräsident zu kandidieren: «Vier Jahre ist eine lange Zeit. Ich freue mich nun darauf, mich voll auf mein Ressort konzentrieren zu können. Gleichzeitig gewinne ich mehr Zeit für meine Firma und meine Start-ups – dort strebe ich in den nächsten vier Jahren den internationalen Durchbruch an.» Er möchte nicht verhehlen: «Einige meiner Mitarbeitenden waren ausgesprochen erleichtert, dass ich nicht Gemeindepräsident geworden bin.»
Neben Huber und Cotting wurden die bisherigen Gemeinde-rätinnen und -räte Andrea Annen mit 1005, Roland Niesper (SP) mit 761 und Corinne Lee (SP) mit 621 Stimmen in den Gemeinderat gewählt. Neu in den Gemeinderat sind Jaime Alonso mit 890, Besmir Kamberi (FDP) mit 799 und Jacqueline Wicki (Die Mitte) mit 768 Stimmen gewählt worden. Sie alle sind mit ihren Resultaten zufrieden. «Ich bin sogar positiv überrascht», sagt Alonso. Als «Neuling» hätte er nicht mit so vielen Stimmen gerechnet. Wicki habe sich «gute Chancen ausgerechnet». Nicht zuletzt habe ihr die neue Mitte-Ortspartei, in der sie Co-Präsidentin ist, im Wahlkampf sehr geholfen. Für Kamberi bedeutet seine Wahl, dass die Bevölkerung Vertrauen in ihn habe. «Dafür bin ich sehr dankbar. Ich möchte nun diese Verantwortung übernehmen und meine Arbeit gut machen», sagt er. Für Alonso sei es schön, diesen Rückhalt von der Bevölkerung zu bekommen. «Es zeigt mir, dass ich etwas richtig gemacht habe in der Kommunikation. Es gibt mir nun die Chance, im Gemeinderat einen Beitrag zu leisten und Rümlang für die Zukunft zu rüsten.» Für Wicki bedeutet Rümlang «Heimat»: «In unserer Gemeinde stehen wichtige Projekte an. Mir ist es wichtig, mich hier einbringen zu können.» Wicki arbeitet seit fast 40 Jahren in der Verwaltung. Dort habe sie schon in allen drei jetzt freiwerdenden Ressorts gearbeitet. «Am längsten im Sozialbereich – dort könnte ich am meisten Erfahrung mitbringen. Es muss aber nicht zwingend dieses Ressort sein – die anderen zwei finde ich genauso spannend.» Kamberi hingegen hat Wirtschaft studiert. «Daher wäre das Ressort Finanzen und Steuern schön», sagt er. «Aber ich habe über die Jahre gelernt, dass man alles lernen kann. Ich werde mich reinknien, egal, welches Ressort es für mich wird.» Alonso würde das Ressort Liegenschaften übernehmen. «Dort hätte ich bereits besondere Stärken aus dem Berufsleben», sagt er. Viel wichtiger sei ihm aber der Fokus als Gremium, zudem würde jedes Ressort die Möglichkeit bieten, in etwas Neues reinzuwachsen. «Ich bin da sehr offen», sagt er.
Bei der Wahl um das Präsidium der Sekundarschulpflege Rümlang-Oberglatt standen sich Gertraud Eiholzer (bisher) und Rico Largiadèr gegenüber. Eiholzer erhielt 641 Stimmen und wurde nicht gewählt. Largiadèr verpasste mit 745 Stimmen das absolute Mehr von 750 Stimmen sehr knapp und wurde daher ebenfalls nicht gewählt – es kommt zu einem zweiten Wahlgang am 14. Juni. Was dieser betrifft, nehme sich Eiholzer nun «bewusst Zeit, die Situation sorgfältig zu prüfen.» Ob und in welcher Form sie zu einem zweiten Wahlgang antreten werde, würde sie zu gegebener Zeit kommunizieren. «Im Vordergrund steht für mich, dass die Schulpflege als Kollegialbehörde handlungsfähig bleibt und ihre Verantwortung gegenüber der Schulgemeinde wahrnehmen kann», sagt sie.
Largiadèr ist mit dem Resultat zufrieden. «Ich habe einen engagierten Wahlkampf geführt. Dass es am Ende um fünf Stimmen nicht gereicht hat, ist natürlich schade, gehört aber zu demokratischen Prozessen.» Nun werde er den zweiten Wahlgang «mit Zuversicht und grosser Motivation» angehen. «Ich analysiere die bisherigen Resultate sorgfältig: Welche Massnahmen haben gut gewirkt, wo sehe ich Entwicklungspotenzial? Auf dieser Grundlage plane ich die nächsten Schritte.»
Eiholzer wurde mit 1038 und Largiadèr mit 1218 Stimmen als Mitglied der Sekundarschulpflege gewählt. Neben ihnen wurde Anja Lynn Niesper (bisher) mit 1257 Stimmen sowie Tamara Berglas mit 1058 und Carol Suter mit 856 Stimmen gewählt. Die beiden neuen Mitglieder zeigen sich mit den Wahlergebnissen sehr zufrieden. Gut einschätzen konnte man diese im Vorfeld nicht, insbesondere deshalb, «weil die Wahlen in zwei Gemeinden stattgefunden haben» und man nicht wisse, «wo man wie ankommt», erklärt Berglas. Suter ergänzt: «Es ist nicht einfach, in beiden Gemeinden gleich wahrgenommen zu werden, da es leider kein Podium gab, an dem man die Leute besser kennenlernen konnte.» Dies sei für die Zukunft wünschenswert. Für Berglas und Suter beginne nun ein neuer Lebensabschnitt. «Es ist eine Herausforderung, die ich gerne annehme. Ich freue mich darauf, für die beiden Gemeinden etwas bewirken zu können», sagt Berglas. «Ich kann mich nun mehr in die Gemeinden einbringen und mitwirken – auf diese Aufgabe freue ich mich sehr», so Suter, und äussert folgenden Wunsch: «Dass alle Stellen gut koordiniert sind und auch bei Meinungsverschiedenheiten kein Stillstand entsteht. Es soll vorwärts gehen, und die Schulentwicklung sowie die Lernenden sollen dabei stets im Mittelpunkt stehen.» Berglas betont derweil die grossen anstehenden Projekte für den Schulraum. «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass die Schülerinnen und Schüler guten Schulraum erhalten, und darüber hinaus volle Unterstützung – auch nach der Schulzeit beim Finden von
Anschlusslösungen.»
Bei der Wahl um die Mitglieder der Primarschulpflege sowie deren Präsidium fanden keine Kampfwahlen statt. Nadia Koch (GLP) wurde mit 659 Stimmen als Präsidentin wiedergewählt. Als Mitglied der Primarschulpflege erhielt sie 762 Stimmen. Neben ihr wurden Sarah Ebnöther mit 844, Roland Schiesser mit 837, Simon Stoll mit 834 und Sarah Casanova mit 796 Stimmen wiedergewählt.
Janik Schmid
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