Zauberhafte Reise durch die Welt der Instrumente
Mit Zaubersprüchen begann die musikalische Entdeckungsreise: Beim «Morgen der Instrumente» konnten Kinder und Eltern zahlreiche Instrumente kennenlernen und ausprobieren.
Das Schloss von Zauberin Magnissima füllt sich mit dem Zauberorchester. Bild: Martina Kleinsorg
Mit Zaubersprüchen begann die musikalische Entdeckungsreise: Beim «Morgen der Instrumente» konnten Kinder und Eltern zahlreiche Instrumente kennenlernen und ausprobieren.
Rümlang. Musik hat magische Anziehungskraft – ganz unabhängig vom Alter. Viele träumen davon, selbst ein Instrument spielen zu können, doch welches passt am besten? Rund 100 Kinder und Eltern füllten am Samstag um 10 Uhr den Mehrzweckraum im Schulhaus Worbiger bis auf den letzten Platz, um dies herauszufinden.
Christoph Probst, Bereichsleiter Veranstaltungen der Musikschule Zürcher Unterland (MSZU), begrüsste zum «Morgen der Instrumente», der die Gelegenheit bot, Instrumente in grosser Vielfalt kennenzulernen und unter fachkundiger Anleitung auszuprobieren sowie alles rund um den Unterricht zu erfahren.
Magisch ging es zu bei der rund halbstündigen Aufführung «Das Musik-Zauberschloss», die den Anlass eröffnete. In fantasievoller, kindgerechter Weise stellte Zauberin Magnissima einzelne Instrumente der Musikschule vor und bezog die Zuschauer aktiv ins Geschehen ein. Nach und nach erschienen knapp 20 Lehrpersonen auf der Bühne, jeweils mit einer kurzen klangvollen Kostprobe – von Klassik über Disco bis Swing. Die Kinder halfen beim Zauberspruch – mal piano, mal fortissimo –, rieten, sangen, lachten und klatschten mit, bis das Zauberorchester komplett war und zum grossen Finale das schwungvolle «Zauberlied» mit zahlreichen Soli zum Besten gab.
Nach der Live-Darbietung auf der Bühne machen sich die Lehrpersonen in verschiedenen Räumlichkeiten mit ihren Instrumenten parat. Kunterbunt mixen sich die Klänge: Hier werden die Effekte des Keyboards ausprobiert, da in Trompete oder Waldhorn geblasen, dort Conga und Djembe getrommelt.
Den siebenjährigen Santiago und seinen Bruder Matteo (5) trifft man bei Lehrer Simon Palser am Schlagzeug. Der Jüngere ist davon fasziniert, während sich der Ältere für Alternativen offen und auch dem Zupfen der Harfe nicht abgeneigt zeigt. «Die C-Saiten sind rot eingefärbt, dazwischen liegt eine Oktave», erklärt die zehnjährige Chiara, die bereits seit einem Jahr Unterricht nimmt. «Die Harfe ist durchaus ein Einsteigerinstrument», sagt Lehrerin Patricia Meier. «Wenn die Finger kräftig genug sind und das Kind die kognitive Reife besitzt, kann es bereits mit fünf Jahren beginnen.»
Dies entspricht der Erfahrung von David Reitz, der Violoncello unterrichtet: «Wichtig ist: Der Wille muss da sein.» Beim Üben zähle die Regelmässigkeit, nicht die Dauer: «Anfangs reichen täglich zehn Minuten.» Dem neunjährigen Leon und seiner Schwester Mia (7) gelingt es rasch, dem hölzernen Streichinstrument wohlklingend-brummende Geräusche zu entlocken. «Wir schauen erst einmal überall rein und sehen dann, was die Kinder interessiert», sagt ihre Mutter. Konzentriert weist andernorts Lehrer Michael Dinner Aurora (9) und ihren siebenjährigen Bruder in die Kunst des Panflötenspiels ein. «Es ist mittelschwierig», findet Alessio. Nach dem ersten Versuch ist er hochmotiviert – und will unbedingt noch E-Gitarre ausprobieren. Wer sein Instrument gefunden hat oder noch zwischen mehreren schwankt, kann am Infostand Schnupperlektionen buchen.
Klavierlehrerin Maya Lüscher staunt, als der Erstklässler Nate ihr «Jingle Bells» vorspielt, das er sich selbst auf dem E-Piano beigebracht hat. «Erst hat er Tutorials auf Youtube angeschaut, inzwischen hört er ein Lied im Radio und tüftelt dann so lange rum, bis er es nachspielen kann», berichtet sein Vater. Gerne möchten die Eltern das Talent ihres Sohnes fördern. «Klavier ist nach wie vor das beliebteste Instrument, unabhängig vom Zeitgeist», weiss Christoph Probst: «An der MSZU macht es 50 Prozent der Unterrichtsstunden aus, wir haben dafür mehr als 20 Lehrpersonen.»
Insgesamt nehmen an der MSZU 1500 Schüler und Schülerinnen Einzelunterricht, mit der musikalischen Grundbildung sind es insgesamt 4500. Rümlang sei ein musikalisches Dorf, die meisten Instrumente können im Unterricht abgedeckt werden. «Wir arbeiten auch mit dem Musikverein Rümlang zusammen», sagt Christoph Probst. Selbst unterrichtet er Klarinette und Saxofon. Wo liegt für ihn die Magie, ein Instrument zu spielen? «Musizieren ist eine Abwechslung zu allem anderen. Man kann sich darin vertiefen und dabei abschalten, es begünstigt die Vernetzung im Gehirn und ist natürlich auch ein tolles Gemeinschaftserlebnis.»
Martina Kleinsorg
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