Spross startet Bau des neuen Recyclingwerks in Rümlang
Nach Verzögerungen haben die Bauarbeiten für das neue Recyclingwerk in Rümlang begonnen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist Anfang 2027 geplant.
Die Bauarbeiten laufen bereits. Die Inbetriebnahme des neuen Recyclingwerks ist auf den 4. Januar 2027 vorgesehen. Bild: Janik Schmid
Nach Verzögerungen haben die Bauarbeiten für das neue Recyclingwerk in Rümlang begonnen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist Anfang 2027 geplant.
Rümlang. Die Spross-Gruppe investiert in ihren Standort in Rümlang: An der Oberglatterstrasse 5 haben die Bauarbeiten für ein neues Recyclingwerk begonnen. Das Projekt war bereits vor einigen Jahren angekündigt worden, verzögerte sich jedoch aufgrund von Anpassungen im Bewilligungsverfahren sowie unternehmensinternen Priorisierungen.
Die Wurzeln von Spross reichen bis ins Jahr 1892 zurück, als Gärtner Joseph Spross in Zürich eine Handelsgärtnerei gründete. Aus dem einstigen Gartenbaubetrieb entwickelte sich über mehrere Generationen ein Familienunternehmen mit den Geschäftsbereichen Garten- und Landschaftsbau, Transport und Recycling sowie Immobilien. Heute beschäftigt die Spross-Gruppe rund 180 Mitarbeitende und wird in fünfter Generation von Natalie Spross geführt.
Im Bereich Transport und Recycling betreibt das Unternehmen unter anderem Deponien, Entsorgungsstellen und Recyclinganlagen. Bekannt ist etwa das Recyclingwerk Zürich im Kreis 4, wo angelieferte Materialien aufbereitet und als Rohstoffe weiterverwendet werden. Nun entsteht in Rümlang ein weiterer wichtiger Standort.
Laut Anna-Katharina Keller vom Corporate Office Management der Spross-Gruppe handelt es sich beim aktuellen Vorhaben um dasselbe Projekt, das bereits 2022 beziehungsweise 2024 vorgestellt worden war. Im Rahmen der ersten Baubewilligung sei jedoch ein Waschplatz ohne Überdachung beanstandet worden. «Daraufhin haben wir das Projekt überarbeitet», erklärt Keller. Neu verfüge die Anlage über eine Waschhalle
sowie einen vollständig überdachten Eingangs- und Abladebereich.
Die Bauarbeiten seien inzwischen bereits im Gange. Die Inbetriebnahme des neuen Recyclingwerks ist laut Keller auf den 4. Januar 2027 vorgesehen.
Am Standort befindet sich seit mehr als 50 Jahren ein Recyclingcenter. Ende 2020 übernahm die Spross Transport & Recycling AG den damaligen Betrieb der Firma Maag Recycling. Weil sich die Abfallwirtschaft und die Anforderungen an die Infrastruktur in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert hätten, habe sich das Unternehmen entschieden, das bestehende Werk zu ersetzen, sagt Keller.
Das neue Recyclingwerk wird weiterhin als Annahmestelle für Abfälle aus Gewerbe und Bauwirtschaft dienen. Auch Privatpersonen können dort künftig Materialien aus Haushalt, Keller oder Garten abgeben, etwa Gegenstände aus einer Entrümpelung. Nicht angenommen werden dagegen Siedlungsabfälle wie Hauskehricht, Glas, Kleider, Karton oder Papier.
Zu den Materialien, die am Standort angenommen und vorsortiert werden sollen, zählen Sperrgut, Bauschutt, Altholz, Metalle und Schrott, Grüngut, Elektrogeräte sowie Sonderabfälle.
Aufgrund der beschränkten Fläche werden gemischte Abfälle allerdings nicht vollständig vor Ort sortiert. Sie werden vorselektiert und anschliessend zur Weiterverarbeitung in andere Werke der Spross-Gruppe transportiert.
Gemäss technischem Bericht und Umweltverträglichkeitsprüfung liegt die theoretische Kapazität der Anlage bei rund 100 000 Tonnen pro Jahr. Die tatsächliche Auslastung schätzt das Unternehmen jedoch auf etwa 40 000 bis 60 000 Tonnen jährlich.
Mit dem neuen Werk ist auch zusätzlicher Verkehr verbunden. Keller rechnet mit rund 150 Last- oder Lieferwagenfahrten pro Tag während der regulären Betriebszeiten. Dies entspreche einer leichten Zunahme gegenüber dem früheren Betrieb. Für das Projekt seien sowohl ein Lärmschutzgutachten als auch ein Verkehrskonzept erstellt und im Rahmen des Bewilligungsverfahrens geprüft und genehmigt worden. Zusätzlich werde entlang der Gleise freiwillig eine weitere Sicht- und Lärmschutzwand errichtet.
Dass der bisherige Recyclingbetrieb in Rümlang derzeit geschlossen ist, steht ebenfalls im Zusammenhang mit dem Neubau. Die Bauarbeiten hätten sich um rund ein Jahr verzögert, erklärt Keller. Grund dafür seien nicht technische Probleme, sondern unternehmensinterne Dispositionen und Priorisierungen gewesen.
Nach der Eröffnung soll die Bevölkerung die neue Anlage selbst kennenlernen können. Spross plant laut Keller, im Frühjahr 2027 einen Tag der offenen Tür durchzuführen. Interessierte sollen dabei die Möglichkeit erhalten, einen Blick hinter die Kulissen des neuen Recyclingwerks zu werfen. Das genaue Datum kommuniziere das Unternehmen zu gegebener Zeit.
Janik Schmid
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