Ballzauber trotz Hitzewelle am Fussball-Dorfturnier
WM-Fieber an den Bildschirmen – Dorfturnier mit «Ball-Kunst» auf heimischem Rasen. Mit der 60. Ausgabe eines der ältesten Turniere der Schweiz – aber jung geblieben.
Trotz Hitzewelle lieferten sich die Spielerinnen und Spieler spannende Zweikämpfe. Bild: Martin Allemann
WM-Fieber an den Bildschirmen – Dorfturnier mit «Ball-Kunst» auf heimischem Rasen. Mit der 60. Ausgabe eines der ältesten Turniere der Schweiz – aber jung geblieben.
Rümlang. Es geht also noch heisser als bei der letzten Ausgabe. Die Sanität hatte sich schon auf den einen oder anderen überhitzen Körper vorbereitet, doch Kollapse blieben glücklicherweise aus. Man suchte Schatten und nahm genug Flüssigkeit zu sich. Am Spielfeldrand waren es Wasserflaschen oder Schwämme voll davon, zum Turnierschluss lief der Bierzapfhahn heiss. Heiss waren auch die Zweikämpfe zwischen Spielerinnen und Spielern auf dem Feld – und doch nahm man es etwas gelassener als sonst. Das war der guten Stimmung nur förderlich. Bei allem Ehrgeiz überwog die Freude am Ballspiel und das Treffen von Freunden und Bekannten. Mit dem Firmenturnier am Freitag startete man optimal in ein tolles sportliches Wochenende. Am Abend legte DJ Dom in der Caipi-Bar auf, die Party konnte mit Fussball-WM-Matches auf Grossbildschirm starten.
Früh aufstehen musste, wer das mit rund 60 Teams bestückte Tableau jeweils am Morgen eröffnete. Punkt neun Uhr schrillte der Pfiff zu den ersten Partien auf Plätzen mit Namengebung der Hauptsponsoren. In den Kategorien Aktive, Gemischte und Plausch trafen solche mit gekonnter, geübter Ballbehandlung und Spielpraxis auf jene, die eher selten die Hüftpölsterchen auf diese Art und Weise in Szene setzen. Und spannende, manchmal auch sehr erheiternde Szenen gab es haufenweise. Schade haben bei den Spielen nur vereinzelte Zuschauende am Spielfeldrand mitgelitten, die Aussentemperatur trotz Wassersprühwand im fiebrigen Bereich. So war es nicht verwunderlich, wenn das eine oder andere Zuspiel misslang, die Präzision zu wünschen übrig liess, oder man sich für Verschnaufpausen schneller auswechseln musste. Am Ende zählte – natürlich auch – weniger das Resultat, vielleicht auch einfach die Party danach.
Der Sonntag gehörte den Schülerinnen und Schülern. Es ging da schon etwas beherzter zur Sache. Aus den Lautsprecherboxen ertönten Oldies. Mit «Ein Bett im Kornfeld» hatten die Kids wohl eher wenig am Cap, sie waren daran interessiert, Bälle im gegnerischen Tor «einzubetten». Und doch einer davon landete im besungenen Kornfeld und wird wohl erst beim Mähen wieder mehr oder weniger am Stück zum Vorschein kommen. Die Stubete Gäng fand doch eher die richtigen Animationsrefrains. Folglich schossen die Kinder Tore und lösten damit beiderseitige Gefühlsorgien aus. Kritik auf Platz innerhalb des Teams gab es einige. So war eine Torhüterin in ihrem Redeschwall kaum zu bremsen, was ihrer Meinung nach die Leistung der Verteidigerinnen anbelangt. Die nahmen das Ganze allerdings mit Humor – «red nöd so viel, spiel»! Die Stimmung war ausserordentlich gut und auch die Coaches am Spielfeldrand nicht ganz so verbissen wie auch schon. Nach jedem Match klatschten die Teams ab und zollten sich gegenseitigen Respekt. An diese schöne Geste und andere Turnierregeln hielten sich bis auf wenige Ausnahmen alle, dennoch mussten Teams ausgeschlossen werden. Die ganze Crew, der Sportverein Rümlang sorgte für einen reibungslosen Ablauf, sodass die Jubiläumsausgabe in bester Erinnerung bleibt.
Martin Allemann
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